Erlangen/Sierpc, Mai 2025 – Es gibt Erlebnisse, die bleiben. Sie hinterlassen Spuren im Herzen – weil sie verbinden, berühren und bewegen. Genau solch ein Erlebnis war die musikalische Reise von elf Schülerinnen und Schülern des Erlanger Musikinstituts, die vom 7. bis 9. Mai 2025 gemeinsam mit drei Lehrkräften an einem internationalen Musikprojekt im polnischen Sierpc teilnahmen.
Junge Musikerinnen und Musiker aus Deutschland, Polen und Tschechien fanden dort zusammen, um unter dem Motto „On a Folk Note“ Musik als Sprache der Verständigung und Freundschaft zu erleben. Der Austausch wurde durch Anna Wojtas möglich, die ihre Karriere an der Musikschule in Sierpc begann und seit 2023 Lehrkraft am Erlanger Musikinstitut ist.
Ein Tag voller Bedeutung: Musik, Erinnerung und Hoffnung Der 8. Mai 2025 – Tag des Konzerts – war gleich in mehrfacher Hinsicht symbolträchtig: Sierpc feierte an diesem Tag den 703. Jahrestag seiner Stadtgründung, zugleich jährte sich das Ende des Zweiten Weltkriegs zum 80. Mal – ein Anlass zum Innehalten, zur Erinnerung und zur Mahnung. Und gleichzeitig ist der Krieg durch den Angriff Russlands auf die Ukraine heute wieder erschreckend nah, vor allem wenn man sich in Polen befindet. Auch in diesem Spannungsfeld gewann die Begegnung eine besondere Tiefe: Die Musik wurde zum Ausdruck von Frieden, Menschlichkeit und Hoffnung – getragen von jungen Menschen, die sich durch Respekt und Offenheit begegneten. „Auch wenn wir verschiedene Sprachen sprechen, können wir uns durch die Musik verstehen, sie verbindet Nationen über Grenzen hinweg“, beschreibt Institutsleiter Tilmann Stiehler die Wirkung dieser Tage. Das Konzert, gemeinsam gestaltet mit dem renommierten polnischen Volkstanzensemble „Kasztelanka“ sowie den Partner-Musikschulen, wurde für alle Beteiligten zu einem unvergesslichen Höhepunkt.
Die Teilnehmenden wurden direkt beim Masowischen Dorf, einem historischen Freilichtmuseum in Sierpc, untergebracht – eine besondere Umgebung, die den Austausch zusätzlich bereicherte. Diese Reise war ein lebendiges Beispiel dafür, wie europäische Verständigung auf ganz persönliche Weise gelingen kann – getragen von jungen Menschen, die einander offen und neugierig begegnen. Das Projekt wurde durch die polnischen Gastgeber, das Deutsch-Polnische Jugendwerk (dpjw) und die Eltern großzügig unterstützt. Das Erlanger Musikinstitut plant bereits die nächsten Schritte, um diese internationalen Beziehungen zu vertiefen. Denn eins ist sicher: Diese Musik hat noch viele gemeinsame Kapitel vor sich.